
Gesund bleiben. Weil es alle braucht.
Gesundheitsberufe tragen täglich enorme Verantwortung. Und zahlen dafür oft einen hohen Preis: Erschöpfung, Depression, Sucht und Suizidalität treten in diesen Berufsgruppen häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung (Der Nervenarzt 9/2019). Das ist kein individuelles Problem, sondern ein Systemthema. Seit Einführung des DRG-Systems hat sich die klinische Arbeit massiv verdichtet. Fokus auf Verweildauer. Fokus auf Hauptdiagnose. Fokus auf Effizienz. Was fehlt, ist der Puffer.
Schichtsysteme, Spezialisierung, interdisziplinäre Zusammenarbeit – all das braucht Zeit für Abstimmung und Integration. Stattdessen herrschen: Zeitdruck, Unterbrechungen, Multitasking, Überstunden. Dauerstress als Normalzustand.
Die Folgen sind spürbar: Schwierigkeiten in der Personalbindung, Nachwuchsmangel, hohe Fluktuation, Krankheitsausfälle, Teamkonflikte – ein System, das an seine Grenzen kommt.
Gesunde Führung: die unterschätzte Ressource
Gerade im Gesundheitssystem brauchen wir gesunde, motivierte Menschen. Und das beginnt bei der Führung. Betriebliches Gesundheitsmanagement und Prävention sind keine Randthemen. Sie sind Chefsache. Anforderungen an Führung in einer neuen Zeit des Miteinanders und Füreinander.
Führung wirkt. Immer. Im Positiven wie im Negativen. Wer führt, multipliziert Haltung. Wer zuhört, schafft Vertrauen. Wer Orientierung gibt, reduziert Stress. Gerade wenn Zeit fehlt, ist Gesunde Führungkein Luxus – sondern eine unterschätzte Ressource. Gesunde Führung mit einer positiven Haltung zu den Menschen bedeutet: realistische Erwartungen, transparente Kommunikation, gelebte Unterstützung, Gestaltungsspielräume, Anerkennung und Feedback.
Menschen gut führen heißt, Menschen gesund führen
Führungsverhalten ist eine der stärksten Gesundheitsressourcen im Unternehmen. Es beeinflusst die Arbeitszufriedenheit, Bindung des Personals, die Motivation und Wirksamkeit in der Organisation, den Krankenstand bzw. die psychische und physische Stabilität allgemein. Nachhaltig gut ist auf lange Sicht darum nur, was auf Dauer gesund hält.
Deshalb braucht gute Führung eine strukturierte Einarbeitung in die Rolle von heute, systematische Kompetenzentwicklung und permanente Reflexion. Mentoring, Trainings, Coaching und moderne Tools zur Personalentwicklung schaffen genau diesen Rahmen der Reflexion. Selbstreflexion stärkt Persönlichkeit. Persönliche Entwicklung stärkt die Organisation.
Besonders wirkungsvoll für Kliniken sind dabei Programme, die Perspektiven verbinden und gemeinsames Reflexion ermöglichen: unterschiedliche Berufsgruppen, verschiedene Standorte, Hierarchieebenen und Generationen. Vielfalt erweitert Sichtweisen. Den gemeinsame Erfahrung vertieft die Zusammenarbeit sofort.
Denn echte Veränderung entsteht nicht isoliert – sondern im Zusammenspiel. Unsere Arbeit folgt hier unserer grundlegend systemischen Haltung.
Systemisches Coaching und Beratung
Personal-, Team- und Organisationsentwicklung systemisch denken
Die Wurzeln des systemischen Coachings und systemischer Beratung liegen weder bei einer einzelnen Gründungspersönlichkeit noch in einer einheitlichen Theorie. Die Systemik ist das Werk vieler Denker, Strömungen und Entwicklungen. Zum Überblick über diverse Schulen finden Sie hier unseres Systemische Landkarte. Die Systemik bietet einen reichen Schatz an Werkzeugen und Modellen, ist zuerst aber eine Frage der Haltung – ähnlich wie die Gewaltfreie Kommunikation (GFK).
Die Fraktionierung der Spezialitäten, wie in der Medizin, schafft Effizienz und vermeidet Übersimplifizierung der Inhalte. Der Gesetzgeber schützt die nötige Fachtiefe (z.B. Übernahmeverschulden, Mindestmengen, Leistungsgruppen). Zugleich birgt Spezialistentum jedoch die Gefahr, dass übergreifende und universale Zusammenhänge aus dem Blick geraten. Dafür muss Zusammenarbeit organisiert werden. Hier kennt der Gesetzgeber das Organisationsverschulden. Im Zentrum systemischer Haltung stehen das Denken in ganzen Systemen, in Beziehungen, Logik, Lösungen und Ressourcen im System. Je stärker Komplexität und Spezialistentum ausgeprägt sind, umso wichtiger wird also die Systemik zur Integration.
Was die Systemik ausmacht
In ihren Systemen haben Menschen immer gute Gründe, sich zu verhalten wie sie es tun. Damit lassen sich Hypothesen, Verständnis und Lösungen finden. Die Systemik beleuchtet dabei weniger die Entstehung des Problems in allen Facetten, sondern mehr möglichen Handlungsoptionen. So wird mit Impulsen und Interventionen Selbstwirksamkeit gestärkt. Von außen „Übergestülptes“ ist nie so nachhaltig wie eigene Entscheidung. Lösungen, die dem Außenstehenden auf der Hand liegen und logisch erscheinen, müssen für die Systemlogik nicht die passenden sein. Das fordert gerade in systemischen Beratungen und Coachings stets Demut und Achtsamkeit für andere Perspektiven zu bewahren.
Coaches und Berater liefern Fragen und Angebote. Der Klient bleibt Entscheider und in der Verantwortung. Die Vergrößerung der Optionen, Impulse und Rückenstärkung ermöglichen dabei, dass Menschen leichter neue Wege gehen und durch das Bewahren der Selbstverantwortung reifen. Als Umsetzungsbegleiter schauen wir wertschätzend auf das, was da ist. Dieser Fokus bedeutet, mit einem positiven Menschenbild sich selbst und seinem Gegenüber zu begegnen. Dies vermitteln wir zugleich in unseren Leadership Programmen zur Gesunden Führung, die auf dem Ansatz des Positive Leadership gründen.
Weder Führungskräfte noch Berater und Coaches müssen ausgiebig in den Wunden bohren, um Angst und Veränderungsdruck zu erhöhen. Wer andere mit Angst führt, tötet die natürliche Kreativiität in der Organisation. Je offener Probleme in einer Kultur des Vertrauen auf den Tisch kommen und gemeinsam bearbeitet werden, umso besser für das Erleben von Fehlerkultur. So als ob wir nur zufällig ein Stück auf dem Weg dabei sind, wenn Sie erfolgreich sind. Für uns ist das Arbeiten an und in der Kultur von morgen.
Coaching stellt ein vielseitiges Format zur individuellen Entwicklung dar. Die Anliegen der Persönlichkeit (oder gar eines Teams) stehen im Fokus – z. B. im Vorstands- oder Chefarzt-Coaching. Sie profitiert von unserer Feldkompetenz in Hunderten von Kliniken. Z.B. liefert der Austausch im Coaching neue Perspektiven und Impulse bis hin zu konkret erarbeiteten Fahrplänen sowie Energie und Motivation zur Veränderung in scheinbar verfahrenen Situationen.
| Coachingformat | Persönlichkeit im Fokus | Inhalt im Fokus |
|---|---|---|
| Umsetzungskompetenz (Coaching i.e.S.) | Geführte Selbstreflexion und Weiterentwickeln der eigenen Persönlichkeit (z.B. Bedürfnisse klären, Selbstmanagement, Verhalten im Konflikt) | Konfliktcoaching und Lösung von Klemmen |
| Klinische Feldkompetenz (Beratung) | Beratungsnahes Coaching mit konkreten Lösungsimpulsen (z.B. Hilfe beim Strukturieren, Reflektieren, Stärkung in Krisen) | Change- bzw. Projektcoaching v.a. bei komplexen Projekten und hohem Potenzial zu Widerstand (z.B. Strategie, Umgang mit Ängsten in der Veränderung, …) |
Neben Coaching im gängigen Einzelsetting – von 1,5 Stunden bis zu 3 intensiven Arbeitstagen am Stück – bieten sich die Formate analog auch im Team-Coaching an.
Geführte Selbstreflexion
Gerade auch erfahrene Führungskräfte kommen z. B. in Übergangsphasen, bei emotional belasteten Situationen oder in wichtigen Verhandlungen an den Punkt, an dem sie in ihrer weiteren Weichenstellung unsicher sind. Dann stärkt der professionelle Austausch, statt die Zweifel alleine mit sich auszumachen. Die Persönlichkeit entwickelt sich auf dem Weg. Am leichtesten mit geeigneten Sparingspartnern an der Seite.
Beratungsnahes Coaching
Führung fokussiert auf Lösungen. In Krisen gerät alles ins Wanken. Sie werden mit Fragen durch den Lösungsprozess begleitet, erhalten Feedback und inhaltliche Impulse, die Ihre Perspektiven erweitern. Dabei entwickeln Sie Schritt-für-Schritt Ihre eigene Orientierung zu ihrem Anliegen – mit Angeboten von außen.
Konfliktcoaching
Wenn Entscheidungen intuitiv noch nicht von innen getroffen werden können, liegt das oft daran, dass noch nicht alle Perspektiven genau gesehen worden sind. Im Coaching finden Sie einen aktiven Zuhörer und Moderator, der alle Perspektiven in den Blick nimmt. Hier können offene und verdeckte Anliegen, Entscheidungen, Strategien, Ablösungsthemen im geschützten Rahmen betrachtet werden.
Projekt- und Change Coachings
Neben der persönlichen Begleitung in Übergängen haben Führungskräfte auch Bedarf, Ihre Teams im Change zu begleiten. Dazu gehört z.B. Projekte strukturiert aufzusetzen und zu besetzen. Die wenigsten haben Erfahrung, die Organisation neu zu strukturieren und Teams durch die Prozesse zu führen. Um Führungskräfte hierbei zu stärken, sind Projekt- und Change Coachings geeignet. Die Prozessbegleitung im Hintergrund bietet Impuls- und Reflexionsfläche und stärkt die Person.
Projekteschreibungen und Impulse
Einige Projektbeschreibungen
Wir nennen im Einzelcoaching prinzipiell Einzelreferenzen nicht namentlich.
- Drei Tage Intensiv-Coaching
- Teamcoaching: Typologien im Team mit archaischen Berufsrollen
- Teamtag: auf der Ebene Beziehung und Inhalt arbeiten
- Wünschepost zur Konfliktbearbeitung und Teamentwicklung im OP
- Change Coaching in der Fachabteilungsorganisation
- Umsetzung begleitendes Projektcoaching
- Punktuelles Projektcoaching
- Coaching für Chefärzte bzw. Einzelpersonen – den eigenen Weg erfolgreich gehe
Impulse zum Weiterlesen
- Krüttgen, Nicole (2021): Über die Kunst, sich selbst zu finden.
- Systemische Organisationsentwicklung im Krankenhaus: Wie Chefärzte mit „ver-rückten“ Blickwinkeln Führungsvorbilder von morgen sein können.
- Personalentwicklung und die Entwicklung von Führungskräften
- Erfolgsfaktor Personal – postheroischer systemischer Ansatz
- Ludwig, Christiane et. al. (2015): Interprofessionelles Lernen. Gemeinsam – ein Ziel. In: CNE
- Wunderfrage & Co. – Steve de Shazer’s lösungsorientierte Fragetechniken
- Ruhl, S.: Transformationale Führung zur wirtschaftlichen Sanierung von Krankenhäusern, in: Zeitschrift für Führung und Personalmanagement in der Gesundheitswirtschaft (ZFPG), S. 33-41.
- Konfliktmoderation mit der Wünschepost